Evangelische Kirchengemeinde Zur Heimat
  19.11.2019 · 1:29 Uhr
   
Andacht
 
Vom Weggehen und Ankommen
Sommer 2019
Aufbruch!
Foto: Michael Coghlan
aus Adelaide/Australien
„copyleft“ Autor nennen! cc 3.0

An einem Sommermorgen / da nimm den Wanderstab,
es fallen deine Sorgen / wie Nebel von dir ab.
Des Himmels heitre Bläue / lacht dir ins Herz hinein
und schließt wie Gottes Treue / mit seinem Dach dich ein.
So dichtete es einst Theodor Fontane, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr besonders gedacht wird und der mit seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ unserer nahen Umgebung eine literarische Liebeserklärung gemacht hat.
Dazu bedurfte es freilich einer inneren und äußeren Bereitschaft,
… sich auf den Weg zu machen,
… Land und Leuten unvoreingenommen zu begegnen,
… sich überraschen zu lassen,
… offen und lernbereit zu sein
und
… das Neue, nicht selten Fremde, als Bereicherung oder mindestens als das gleichwertige Andere wahrzunehmen.
Ohne diese Bereitschaft wäre Fontane wohl kaum der innere Reichtum zugewachsen, den er so ausdruckskräftig beschreibt: „Ich bin die Mark durchzogen und habe sie reicher gefunden, als ich zu hoffen gewagt hatte.“
Ja, jeder Aufbruch beginnt mit dem ersten Schritt. Das gilt für Aufbrüche innerer wie äußerer Natur gleichermaßen und oft genug lässt sich der eine von dem anderen gar nicht trennen. Und er bedarf der Bereitschaft, Neuem, Unerwartetem mit Neugier und Offenheit zu begegnen. Dafür winkt jener Reichtum, von dem Fontane schreibt, quasi als Belohnung.
Mit dem frühen Anbruch der Sommerferien in diesem Jahr beginnt auch bei uns wieder das große Aufbrechen. Neue Ziele, teils lang ersehnt, werden in den Blick genommen, ganz gleich, ob vor der Haustür (siehe Fontane) oder in weiter Ferne. So oder so gibt es sicherlich vieles zu entdecken. Bei den Menschen, die uns an diesen anderen Orten begegnen, und vielleicht auch bei uns selbst.
Mein Sohn hat vor kurzem Nepal bereist und kam ganz erfüllt mit vielen neuen, tiefen und im wahrsten Sinne des Wortes bunten Eindrücken wieder. Dazu gehörte die Landschaft, die Bräuche und Feste und nicht zuletzt die beeindruckende Erfahrung, was einem alles durch den Kopf geht, wenn man ein paar Stunden am Stück wandert, nur im Gespräch mit sich selbst und dem Dach des Himmels über einem.
Eine Erfahrung, die sich sicher auch unter unserem heimischen Himmel machen lässt, sobald man den ersten Schritt gemacht hat, vielleicht ja bei einem Spaziergang am Teltowkanal? Wenn Sie zu den Menschen gehören, die ihren Sommer in Berlin verbringen, führt Sie Ihr Weg vielleicht auch in einen der Gottesdienste unserer diesjährigen Sommerpredigtreihe
„Vom Weggehen und Ankommen – Fluchtgeschichten der Bibel“.
An sechs Sonntagen wollen wir gedanklich aufbrechen mit den Menschen und Schicksalen, die uns die Bibel vor Augen stellt. Wir wollen uns einladen lassen, Erfahrungen unserer Gegenwart in diesen Geschichten zu reflektieren, Zeitgenossen zu werden von Begebenheiten, die von ihrem Anbeginn zu den existentiellen Grunderfahrungen unserer Menschheit gehören.
Für Kinder, die in der letzten Sommerferienwoche nicht verreist sind, könnte unsere diesjährige Kinderbibelwoche
„Möge der Geist mit euch sein – eine Nachricht verbreitet sich“
auch ein lohnendes Ziel sein. Vom 29. Juli bis 2. August treffen wir uns immer zwischen 9 und 12 Uhr zum Hören, Basteln, Quatschen und Spielen.
Wann, wie und wohin Sie auch Ihre Wege in diesem Sommer führen mögen:
Möge „des Himmels heitre Bläue“ in Ihr Herz hineinlachen und wie Gottes Treue mit seinem Dach einschließen.
Claas Ehrhardt