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| 20.5.2012 · 3:13 Uhr | ||

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| alles gut | ![]() |
| Mai 2012 | |
Monatsspruch Mai:
„Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.“ (1. Tim. 4,4)
Liebe Gemeinde,
ist das wirklich unsere Erfahrung:
Alles ist gut?
Die Welt, in der wir leben, soll Gottes Schöpfung sein,
aber das Leben auf der Erde ist nur selten ein Zuckerschlecken, meist eher:
Was daran köstlich ist, ist nur vergebliche Mühe und Arbeit
(vgl. Psalm 90,10).
Im Grunde ist schon die Geschichte vom Sündenfall,
in die hinein die Schöpfungsgeschichte ausläuft,
der Versuch einer Antwort auf die Frage, warum die Schöpfung zwar unbestreitbar gut,
trotzdem aber die lebendige Teilnahme an dieser von vielen Brüchen durchzogen ist.
Die Antwort der Geschichte mit der Schlange, Eva und Adam:
Es gibt dafür keinen vernünftigen Grund, keine überzeugende Erklärung.
Die Antwort ist nicht befriedigend, deshalb wurden entsprechende Legenden dazu erfunden:
Gefallene Engel, die aus irgendwelchen Rachegründen alles durcheinander bringen.
Die Sexualität sei Quelle allen Übels.
Oder konsequent: Damit das Gute gut sein kann,
muss Gott als sein Gegenteil auch das Böse in Gang setzen.
Das Neue Testament hält fest: Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut.
Das, was wir als nicht gut erkennen, kann sich auch nicht auf Gott berufen.
So nimmt Jesus Krankheiten nicht als gottgewollt hin,
sondern tritt ihnen im Namen Gottes entgegen, heilt.
Er überlässt keinen Menschen den Folgen seiner Taten,
sondern geht gerade auf die Sünder ganz besonders zu,
feiert mit ihnen die Nähe Gottes, wo sie bisher Verurteilung fürchten mussten.
Letztlich ist jede Fürbitte Teilnahme an dieser Haltung Jesu:
Das Böse in dieser Welt nicht als gegeben oder gar gottgewollt hinzunehmen,
sondern ihm und seinen Folgen im Namen Gottes Widerstand zu leisten.
Fürbitte: Wir nehmen nicht hin, lieber Gott, dass es so bleibt, wie es ist.
Wir bitten dich deshalb, Vater Jesu Christi, um dein Eingreifen,
wo unsere Möglichkeiten an ihr Ende kommen.
Wir wissen nämlich, dass du alles gut geschaffen hast.
Lass es doch bitte so werden, wie du es gemeint hast.
Der Fürbitte entspricht auf der anderen Seite das Loben Gottes:
Wir freuen uns und sind dankbar für die Zeichen einer guten Welt und gelingenden Lebens,
die Gott setzt, sei es durch die Verkündigung der guten Botschaft,
sei es durch spürbare Folgen seines Eintretens für seine gute Schöpfung.
Der Dank und die Freude an den Taten Gottes für uns
ist der Grundzug des christlichen Glaubens.
Wenn dann im Frühjahr, im Mai mit seinen Blüten und Sonnenstrahlen
auch noch die Schöpfung selbst uns an ihre unabweisbare Güte erinnert
und Zeichen der Hoffnung setzt, fällt die Danksagung nicht schwer:
„Geh aus mein Herz und
suche Freud …“
Aus der Heimat wünsche ich Ihnen allen
diese dankbare Freude an der guten Schöpfung Gottes
und die damit verbundene Hoffnung auf eine bessere Welt,
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| Ihr Pfarrer Hartmut Scheel |