Evangelische Kirchengemeinde Zur Heimat
  16.8.2018 · 13:34 Uhr
   
Gemeinde
Chronik
Das Gemeindehaus
Das Gemeindehaus Heimat 27 hat mit dem umliegenden Gelände seine eigene Geschichte. Es war ursprünglich nicht Gemeindehaus, sondern Verwaltungsgebäude einer Siedlungsgesellschaft. Nachdem das von Dr. Heinrich Laehr 1853 gegründete Sanatorium für Nervenkranke, auf einem früheren Bauernhof, dem Schweizerhof (das Gelände der jetzigen John-F.-Kennedy-Schule), gelegen, 1922 endgültig geschlossen wurde, verkauften die Nachkommen der Familie Laehr Teile des großen Besitzes. Die „Gemeinnützige Bau- und Siedlungs A.G. zu Berlin-Zehlendorf-Mitte, Heimat“ erwarb 1926 ein Gelände, das vorher als Obst- und Gemüseplantage bewirtschaftet worden war. Die Straße Nr. 206 erhielt nach der Baugesellschaft den Namen „Heimat“. Nach Plänen des Architekten Ernst Rossius-Rhyn wurden in den Jahren 1928/1929 Einfamilienhäuser errichtet. Im Bereich der Teichstraße (jetzt Leo-Baeck-Straße) Nr. 8, 10 und 12 stießen die Bauarbeiter dabei auf unglasierte Scherben und korrodierte Metallgegenstände. Aus ca. 70 Urnengräbern wurden aus meist stark zerstörten Gefäßen Beigaben aus Bronze und Eisen geborgen. Man fand Ringe, Ziernadeln, Gürtelhaken und Ohrringe sowie Gewandspangen. Es war ein Gräberfeld der Semnonen, eines Unterstamms der germanischen Sueben (Schwaben), von ca. 500 vor Christus, also aus der Eisenzeit.
Gemeindehaus
Gemeindehaus Heimat 27
Zu Beginn des Krieges 1939 wurde das Haus Heimat 27 von der SS beschlagnahmt. Für die Kriegsberichterabteilung der SS wurden im Tiefparterre Fotolabors eingerichtet. Nach dem Krieg lösten die ersten Theologiestudenten die amerikanische Besatzung im Haus ab. Seit 1966 steht das Haus der Kirchengemeinde zur Verfügung. Nach einigen Änderungen und Renovierungen konnte es von 1967 an als Gemeindehaus benutzt werden. Seitdem herrscht in allen Stockwerken reges Leben:
Im Souterrain sind Krabbelgruppen, die Eltern-Kind-Gruppe und seit 1993 auch ein Jugendcafé untergebracht. Im Erdgeschoss befinden sich ein Raum für Hausmeister und Reinigungsmaterial, außerdem das Pfarrersprechzimmer, die Küsterei und der Sitzungsraum, daneben dient auf der anderen Seite der „Gelbe Saal“ für Zusammenkünfte vieler Gemeindegruppen. Neben dem Gelben Saal bietet in der ehemaligen Wohnung der Gemeindeschwester der wöchentlich stattfindende „Heimat-Basar-Treff“ gespendete Kleidung, Bücher, Haushaltsgegenstände und anderes zum Verkauf an, verbunden mit Kaffee und Kuchen.
Im nächsten Stockwerk gibt es einen sehr schönen holzgetäfelten Raum, den „Tafelsaal“, für Gruppenarbeit in kleinerem Rahmen. Es werden dort unter anderem Nähkurse veranstaltet. Außer der Wohnung unseres Kirchwarts hat in diesem Stockwerk noch Pfarrer Thomas Gandow, der Sekten- und Weltanschauungsbeauftragte unserer Landeskirche, sein Büro. In dem zwischenzeitlich ausgebauten Dachgeschoss befindet sich eine Mietwohnung.
St. Florian
Der Heilige Florian
über dem Portal des Gemeindehauses
Wenn wir das Gemeindehaus von außen betrachten, so hat es sich in den Jahren seit seiner Entstehung kaum verändert. Vom Archiv der Technischen Universität haben wir nämlich Kopien aus der damaligen Zeit erhalten können und damit einen Vergleich, dass z.B. das Portal, die Kandelaber am Eingang, ja sogar die Pflasterung im Urzustand erhalten geblieben sind. Nur das Weinlaub wuchs immer stärker, bis man es vor einigen Jahren einmal radikal gestutzt hat.
Dabei kam überraschenderweise über dem Portal eine Skulptur zum Vorschein, der Heilige Florian, allgemein bekannt als Schutzpatron gegen Feuer und Wasserschaden. Seit 1995 steht das Gelände vor dem Gemeindehaus unter Denkmalschutz (Gartendenkmal).
Auf dem Rasen vor dem Gemeindehaus hatte man zur Bauzeit des Hauses 1927 einen schönen Brunnen errichtet, künstlerisch mit einem figürlichen Aufsatz versehen. Man sagt, der Bildhauer Arminius Hasemann, der auch den Heiligen Florian gestaltet hatte, habe sich in einer der Figuren selbst dargestellt. Nach dem Ende des Krieges sind die Figuren zerstört bzw. gestohlen worden, es blieb nur das einfache Becken übrig. Zur Freude vieler Kinder und Vögel wurde der Brunnen 1985 erneut in Gang gebracht, und seitdem sprudelt er in der frostfreien Zeit. Eine kleine Tafel erinnert an den Tag der Inbetriebnahme.

Alter Brunnen
Alter Brunnen
Im Flachbau neben dem Gemeindehaus, uns heute als „Großer Saal“ bekannt, finden in der Woche regelmäßig Veranstaltungen statt, wie Tanzkurse für Erwachsene, Volkstanz, Posaunenchorproben, Kinderballett, Street Dance für Jugendliche, Seniorengymnastik und Areobic. Immer wieder wurde und wird dieser Saal für musikalische und künstlerische Projekte genutzt, in den fünfziger Jahren z.B. für Theaterveranstaltungen der Theatergruppe „Schiefe Bühne“, die sich vor allen Dingen mit Stücken von Curt Götz großer Beliebtheit erfreute. Neben den gemeindeeigenen Veranstaltungen wird der Große Saal heute auch an Privatpersonen zu Feiern vermietet.

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