Evangelische Kirchengemeinde Zur Heimat
  20.1.2018 · 15:46 Uhr
   
Gemeinde
Chronik
Der Weg von der Baracke zur Kirche
Der schlechte bauliche Zustand der Kirchbaracke verursachte jedes Jahr erhebliche Erhaltungskosten. Die Problematik der Baracke lag nicht nur in der Raumnot, sondern auch in der niedrigen Decke (und damit Luftnot) und der schwierigen Heizsituation. Alles drängte nach einer Lösung. Das mühsam gesparte Baukapital für eine neue Kirche war durch den Krieg dahingeschmolzen. Einige mutige Gemeindeglieder gründeten 1952 einen Kirchbauverein, der als Sammelbecken aller Beiträge und Spenden für einen geplanten Kirchbau fungieren sollte. Er wuchs sehr schnell auf 700 Mitglieder an und hat bis zum Ende seines Bestehens 1976 insgesamt 230.000 DM aufgebracht. Die Gesamtkosten des Kirchbaus beliefen sich auf 375.000 DM.
Der vor dem zweiten Weltkrieg vorgesehene Bauplatz auf dem gemeindeeigenen Gelände Leo-Baeck-Straße 6 war noch mit der Kindergartenbaracke bebaut. Geplant war nun, die neue Kirche nördlich der Straße Heimat zu errichten. Dabei wurde an eine harmonische Kombination zu den Neubauten der Kirchlichen Hochschule gedacht. Langwierige Verhandlungen mit dem Planungsamt in Zehlendorf ergaben, dass man Gelände tauschen musste.
Pfarrhaus Heimat 26
Pfarrhaus Heimat 26
Das Land, auf dem die Kirche gebaut werden sollte, gehörte ursprünglich der Stadt Berlin und wurde seit dem zweiten Weltkrieg kleingärtnerisch genutzt. Es musste gegen Baugelände der Kirchengemeinde Teltow, dem sogenannten „Teltower Pfarrland“ am Nieritzweg, getauscht werden.
In der „Heimat“ sollte ein kirchliches Zentrum, nämlich Kirche, Hochschule, Bibliothek, Studentenwohnheim entstehen. Dazu wurde der Gemeinde das Gelände in Erbbaupacht von der Evangelischen Kirchengemeinde Teltow bis zum Jahr 2057 überlassen.
In diesem Zusammenhang wurde 1957 für 45.000 DM auch das heutige Pfarrhaus Heimat 26 für die Gemeinde erworben.
Die Grundsteinlegung der Kirche erfolgte am 24. Juni 1956, das Richtfest fand nach alter Berliner Sitte mit Eisbein und Sauerkraut in der Mensa der Kirchlichen Hochschule statt, wobei zum Erstaunen der Bauarbeiter die Kirchenältesten die Bedienung übernahmen.
Einzug der Zehlendorfer Pfarrer
Einzug der Zehlendorfer Pfarrer
zur Einweihung am 2. Juni
Nach einem Jahr Bauzeit konnte am 2. Juni 1957 die neue Kirche eingeweiht werden. Eine festliche Menge versammelte sich vor der alten Kirchbaracke und zog unter Geläut der kleinen Glocke zur Kirche hinüber. Der neue Bau fand allgemein viel Beifall wegen seiner Klarheit und Einfachheit, besonders aber durch die Einbeziehung der Natur.
Unter Fachleuten hat dieser Kirchbau damals viel Gesprächsstoff abgegeben. Zu der Zeit (1957) fand nämlich im Berliner Hansaviertel die große Interbau-Ausstellung mit reger Beteiligung ausländischer Architekten statt. So kamen häufig Busse mit interessierten Fachleuten zur Besichtigung, um die Kirche „im Gebrauch“ richtig kennen zu lernen. Der Architekt der Kirche war Prof. Peter Lehrecke, dem Alter und der Gestaltungs-Richtung nach damals zur jungen Architekten-Generation gehörend.
Kirche Zur Heimat 1958
Kirche Zur Heimat, Postkarte 1958 (Photo Kirsch)

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